Entschlossenheit & Hatha- Yoga

Aktualisiert: 12. Aug 2020

Sich zu etwas zwingen, hinterlässt bei niemandem ein wirklich gutes Gefühl, oder? Es gibt jedoch viele Menschen in Indien, die Askese zum Teil, sogar zum Sinn ihres Lebens gemacht haben. Die einen haben das Ziel, Gott zu begegnen, andere praktizieren zum Wohle der Gesellschaft, um ein Vorbild für religiöses Engagement zu sein.


Über einen Beitrag mit dem Thema des asketischen Yoga bin ich ganz zufällig gestoßen. Es ging um Sadhus und deren Auffassung von Hatha- Yoga und Asanas.

Im westlichen Raum wird Hatha- Yoga als eine sehr intensive, ruhige, aber auch körperliche Yogapraxis verstanden und durchgeführt. Die Asketen des östlichen Raumes, verstehen diese Art der Yogapraxis etwas anders.

Für einen der ihren hat Yoga, sowohl eine spirituelle Bedeutung, als auch einen Zweck. Es handelt sich hier um eine sehr sehr individuelle, persönliche Erfahrung und eine Vollzeit- Praxis.



Hatha bedeutet "Kraft".

Während meiner persönlichen Hatha- Yogapraxis, kann ich immer wieder spüren, welche Auswirkungen diese auf mein ganzes Wesen hat (sowohl spirituell als auch rein körperlich). Ich fühle mich stark, selbstbewusst und frei.

Die Asketen verstehen Hatha- Yoga, in Verbindung mit Tapasya, was Askese/ Disziplin bedeutet.


Diese Auffassung führt weg von der körperlichen Praxis hin zu einer spirituellen Haltung, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Askese ist hier ein Mittel, dieses Ziel zu erreichen. Sei es, den linken Arm für 15 Jahre in die Höhe zu heben, ein Schweigegelübde, oder bestimmte Ernährung einzuhalten.



Was mich daran so fasziniert, ist die starke Entschlossenheit, diese langjährige Reise auf sich zu nehmen, zu Leiden. - Und das für ein bestimmtes Ziel.


Mein Gedanke dahinter war, wie stark ein Mensch doch sein kann. Was er alles erreichen kann, nur mit Willenskraft und Entschlossenheit - eine Entscheidung zu treffen, und nicht aufzugeben, bis man sie erreicht hat.

Ich finde, wir Menschen, in der der westlichen Welt sollten an den Asketen orientieren. Ich meine damit nicht, körperliche Qualen und Leid, wie den Arm hochzuhalten oder nie wieder mit jemandem zu sprechen - Nein.

Ich meine die Willenskraft, etwas unbedingt zu erreichen. Das sich selbst gesetzte Ziel zu erreichen. Sei es mit dem Rauchen aufzuhören, auf Zucker zu verzichten, jeden Morgen um 7 Uhr aufzustehen, oder etwas hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

Es kann alles sein - kleine Dinge, die große Wirkung hätten - nur auf uns selbst, oder die Umwelt, Gesellschaft und Zukunft.



Nur wir selbst müssen an uns glauben. Es ist meine Entscheidung, mein Ziel, meine Reise und auch meine Disziplin von dem all dies abhängt.



Viele lassen sich schnell und leicht von ihrem Ziel abbringen. Freunde, Verwandte, Kollegen, die einem sagen, es wäre eine schlechte Idee und sie würden nicht daran glauben, dass man es durchzieht und wirklich schafft. Genau das ist der Punkt!

Also sei ein Hatha- YogiNi. Sei stark und fest entschlossen, dein Ziel zu erreichen.







Quelle: "Yoga der Askese", Dr. Daniela Bevilacqua, YOGA aktuell 2/2020

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